„Silberner Sieg im Schattenreich: Der Tag, an dem mein Schild zerbrach“ – Bericht eines Paladins der Selune …
Die erste Schlacht ist geschlagen. Das erste Blut vergossen, der erste Sieg im Namen der Mondmutter errungen. Eines der drei geheiligten Fragmente Selunes ruht nun in unseren Händen – ein Lichtblick in der heraufziehenden Dunkelheit.
Unsere erste Begegnung mit den Schergen unserer Nemesis glich keinem gewöhnlichen Gemetzel. Eine Entität des reinen Kampfgeistes, ein Wesen aus Ehre und Stahl, forderte uns zu einem ritterlichen Wettstreit heraus. In einem magisch umgrenzten Refugium wurden wir gezwungen, uns nach Regeln zu messen, die so wandelbar waren wie das Schicksal selbst. Wo rohe Gewalt oft den Tag entscheidet, war hier Disziplin das höchste Gut. Verstöße gegen den Kodex stärkten den Feind, während ritterliches Geschick uns dem Triumph näherbrachte.
Für mich, einen altgedienten Ritter des Glaubens, war der Tanz nach Regeln vertraut. Doch es war ein sonderbarer Anblick, wie unsere Gefährten – ungewohnt der Pracht und Strenge eines Turniers – mit den Fesseln der Etikette rangen, während die Kultisten eine überraschende Rechtschaffenheit an den Tag legten.
„Inmitten des Chaos blitzte die Ehre auf.“
Ein Schattenkrieger, von übernatürlicher Schnelligkeit gezeichnet, gewährte mir eine Gnade, die ich bei seinesgleichen nie vermutet hätte: Er hielt inne und überließ mir die Wahl zwischen dem Ruhm des Duells oder dem Leben meines am Boden liegenden Bruders. Ich wählte die Heilung, und der Feind zollte mir durch Schweigen und gesenkte Waffen Respekt. Doch nicht jeder Moment war von Milde geprägt. Eine Kultistin von schier unglaublicher Kraft trat meinen Schild – das Bollwerk, das mich durch unzählige Schlachten trug – mit einem einzigen Streich entzwei. Dass ich aus diesem Trümmerhaufen als Sieger hervorging, verdanke ich allein dem silbernen Segen Selunes, der meinen Arm führte.
Das Ende war ein Beben der Götter. Wir wurden Zeugen, wie sich die Avatare von Selune und Shar im direkten Zorn gegenüberstanden. Obschon wir das Feld gegen den Avatar der Nacht nicht behaupten konnten, erwies sich die Mondmutter als gnädig. Sie schenkte uns das Leben von Corris zurück, der aus der göttlichen Gestalt wieder in die Sterblichkeit entlassen wurde – ein Wunder, das schwerer wiegt als jeder taktische Vorteil.
Die erste Schlacht ist vorüber. Das Banner der Mondgöttin weht stolz. Wir stehen bereit. Wir sind die Klinge in der Nacht. Und auch der nächste Sieg wird unser sein!



